Geschichte · Aktualisiert 2026-09-08

Gallipoli-Feldzug: Verlauf, Ziele und Ausgang

Der Gallipoli-Feldzug erklärt: Dardanellenstrategie, Landungen, Stellungskrieg, Augustoffensive und Evakuierung vom April 1915 bis zum Januar 1916.

Der Gallipoli-Feldzug umfasst die alliierten See- und Landoperationen gegen die osmanischen Verteidigungsstellungen an den Dardanellen im Ersten Weltkrieg. Die Landphase dauerte vom 25. April 1915 bis zum 9. Januar 1916. Am Ende zogen die Alliierten ab, ohne die Meerenge unter ihre Kontrolle gebracht zu haben.

Der gelegentlich verwendete Ausdruck „Gallipoli-Krieg“ meint in der Regel diesen Feldzug. Er war kein eigenständiger Krieg, sondern eine Operation innerhalb des Ersten Weltkriegs.

Warum der Feldzug begann

Die Alliierten wollten die Dardanellen passieren, Konstantinopel bedrohen und die Seeverbindung in Richtung Russland verbessern. Osmanische Küstenbefestigungen, Artillerie und Minen verhinderten den Erfolg des Flottenangriffs.

Daraufhin sollten Landungstruppen das Gelände erobern, von dem aus die Meerenge verteidigt wurde. Das strategische Ziel reichte damit weit über die Einnahme eines einzelnen Strandes oder Grabens hinaus. Die Übersicht des National Army Museum erklärt diesen Zusammenhang.

Die wichtigsten Phasen

Der Verlauf lässt sich in mehrere zusammenhängende Abschnitte gliedern:

  1. Der Versuch, mit Seestreitkräften die Durchfahrt zu erzwingen.
  2. Die Landungen im April bei Cape Helles und im Anzac-Abschnitt.
  3. Die Kämpfe um Krithia und die Anzac-Stellungen.
  4. Die Augustoffensive mit Suvla und den Sari-Bair-Höhen.
  5. Die Evakuierung der alliierten Brückenköpfe.

Cape Helles und Anzac entwickelten sich zu getrennten Zentren anhaltender Kämpfe. Unsere Landungsübersicht beschreibt den Beginn der Landphase; die Gefechtsübersicht ordnet spätere Aktionen ein.

Warum der Vormarsch stecken blieb

Das zerklüftete Gelände erschwerte Bewegung und Abstimmung nach der Landung. Osmanische Verteidiger hielten wichtige Höhen und verstärkten bedrohte Zugänge. Die Alliierten konnten Brückenköpfe behaupten, erzielten aber keinen entscheidenden Vormarsch zur Erfüllung ihres übergeordneten Ziels.

Aus engen, umkämpften Stellungen entwickelten sich Grabensysteme. Die historischen Kartenbestände machen sichtbar, wie stark Gelände und Frontverlauf zusammenhingen. Beim Vergleich der Karten muss die jeweilige Phase des Feldzugs berücksichtigt werden.

Augustoffensive und Evakuierung

Die Landung bei Suvla und die Angriffe auf die Sari-Bair-Höhen sollten die festgefahrene Lage aufbrechen. Auch sie führten nicht zum benötigten strategischen Durchbruch. Später räumten die Alliierten ihre Stellungen.

Mit der letzten Evakuierung am 9. Januar 1916 endete die alliierte Landpräsenz auf der Halbinsel. Die Dardanellen blieben außerhalb ihrer Kontrolle; das zentrale Operationsziel war verfehlt.

Wie du den Verlauf weiterverfolgst

Für die ersten Stunden nach der Landung eignet sich die Zeitleiste von NZ History zum 25. April. Für die räumliche Einordnung hilft unser Leitfaden zu Feldzugskarten.

Lies Planung, tatsächlichen Ablauf und Ergebnis jeweils getrennt. Ein vorgesehener Vormarsch auf einem Landungsplan belegt noch nicht, dass die betreffende Höhe anschließend erreicht oder gehalten wurde.

Quellen